Hamburger Kinderpalliativtage 2012

Bild84 Auf liebevolle Fürsorge und Begleitung bis zum Tode hoffen zu können – unter diesem Leitgedanken fanden unsere 4. Hamburger Kinderpalliativtage vom 23. bis 24. März im Lindner Park-Hotel Hagenbeck in Hamburg-Stellingen statt:

Am Freitag um 12 Uhr fiel der Startschuss für den in diesem Jahr erstmals über zwei Tage stattfindenden Kongress. Erfreut über die rege Teilnahme
und die große Nachfrage begrüßte Dr. Isabella Vértes-Schütter – Vorstandsvorsitzende der Stiftung Kinder-Hospiz Sternenbrücke – rund 200 zum Teil weitgereiste Teilnehmer und 30 namhafte Referenten und eröffnete damit eine Vielzahl an Vorträgen, Gesprächsforen und Workshops.

Die Teilnehmer konnten aus insgesamt vier großen Vorträgen, zehn Ge-
sprächsforen und 14 Workshops mit praktischen und theoretischen Aus-
richtungen wählen. Je nach Interesse hatten sie die Möglichkeit den Einsatz von ätherischen Ölen bei Kindern in palliativen Situationen oder die Wirkung von Musiktherapie auf lebensbegrenzt erkrankte Kinder zu erproben oder sich der besonderen Rolle von Geschwistern in betroffenen Familien zu widmen. Mit welchen Herausforderungen Ärzte, Pflegekräfte oder Angehörige um-
gehen müssen, wenn sie mit erkrankten Kindern oder deren Geschwistern über die Themen „Krankheit, Trauer, Tod oder Sterben“ sprechen, war ebenfalls Gegenstand eines Workshops. So beabsichtigten wir, dass sich jeder thematisch in seinen Interessen und Schnittstellen wiederfinden konnte – ob als Arzt, als Kinderkrankenschwester, im ambulanten oder stationären Dienst, als ehrenamtlicher Mitarbeiter in der Hospizarbeit, als Psychologe oder als Lehrer in einer Behindertenschule.

Bild84 Besonders in Erinnerung bei Teilnehmern
und Referenten gleichermaßen, blieb wohl der Auftaktvortrag von Herrn Prof. Dr. Steffensky, emeritierter Theologe, Religionspädagoge und Erziehungswissenschaftler aus Luzern: Dem Titel seines Vortrags entsprechend, „Ganzheit im Fragment“, ermutigte er seine Zuhörer einfühlsam, die Endlichkeit im Dasein, und vor allem in der Trauer, anzunehmen und als Wesen des Lebens zu akzeptieren. Es darf nicht das Ziel sein „die Trauer als Schatten behalten zu wollen“, so Steffensky, sondern zu begreifen, dass der Mensch „in allen Dingen ein endlicher Mensch ist“ – so auch in der Trauer. So gilt es „die ersten Lichtblicke, die die Trauer dämpfen“ anzunehmen und lieben zu lernen.
Doch nicht nur Steffensky überzeugte, regte an und rührte – sondern weitere 29 qualifizierte Referenten mit den unterschiedlichsten Professionen. So sehr, dass die Kaffee- und Mittagspausen ausgiebig genutzt wurden, um gemein-
sam an Gehörtes anzuknüpfen: Die aus dem gesamten Bundesgebiet stammenden Teilnehmer ergriffen die Chance des Zusammenkommens,
um sich kennenzulernen und auszutauschen – ein so wichtiger Bestandteil, um zu einer vernetzten palliativen Versorgung zu gelangen.

Bild84 Was unter anderem zu einer flächen-
deckenden Versorgung gehört, veranschau-
lichten die sieben Aussteller, die Einblicke
in die Vielfalt von palliativer Versorgung erlaubten: Vom Bücherstand über physio-
therapeutische Hilfsmittel und TENS-Geräte bis hin zu der Vorstellung der in Hamburg und Schleswig-Holstein ansässigen SAPPV-Teams sowie Exponate aus der Steinwerkstatt der Sternenbrücke – auf über 30 Quadratmetern im Messe-
bereich konnten sich alle Teilnehmer und Referenten während des gesamten Kongresses informieren und beraten lassen.
So laut und lebendig wie gleichwohl zauberhaft und anrührend, entpuppte sich das Abendprogramm: Sieben professionelle Musicaldarsteller präsen-
tierten uns ihre Lieblingslieder aus den vergangenen Jahren Musical-Geschichte. Mit ihrer Bild84 Stimmgewalt und Ausdrucksfähigkeit nahmen sie uns alle für anderthalb Stunden mit in den „Starlight Express“, präsentierten uns den „König der Löwen“ und zeigten uns den „Tanz der Vampire“ – alle tanzten mit, auch über die Zugabe „Hinterm Horizont“ hinaus!

Zurückblickend auf zwei schöne, anregende und lehrreiche Kinderpalliativ-
tage bedanken wir uns bei allen Ausstellern, Referenten, Teilnehmern, Technikern, Musikern sowie vor allem unseren ehrenamtlichen Mitarbeitern und dem Team vom Lindner Park-Hotel Hagenbeck für deren aller Engage-
ment. Wir freuen uns, so viele tatkräftige Begleiter und Unterstützer – jeder auf seine ganz eigene Weise – auf dem Weg der betroffenen Familien zu wissen. Eine Voraussetzung hierfür ist wohl, miteinander zu reden – auch und erst recht über schwierige Themen wie „Krankheit, Sterben, Tod und Trauer“. Bild84 Denn selbst in diesem Gespräch keimt Hoffnung, so Manfred Gaspar, zitiert nach Elias Canetti: „Das Furchtbarste so sagen, daß es nicht mehr furchtbar ist, daß es Hoffnung gibt, weil es gesagt wurde."

Für die Fotos danken wir den Orendt Studios.




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